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Quelle: Henry Klix

Die durch Spätfrost verursachten Schäden in der Pflanzenproduktion betragen im Schnitt ca. 15 Mio €/Jahr laut der vereinigten Hagelversicherung. Potentielle Ertragsverluste werden mit dem Klimawandel tendenziell steigen. Eine Möglichkeit die Ernte zu schützen, ist die Frostberegnung. Problematisch ist dabei häufig die Bereitstellung ausreichender Mengen von Beregnungswasser. 

Verlängerung der Vegetationsperiode

Die Vegetationsperiode hat sich bereits verlängert. Der Deutsche Wetterdienst führt die Rotbuche als Beispiel heran: In den 70ern schlugen die Bäume um den 10. Mai aus. 2006 fand die Blattentfaltung bereits um den 29. April herum statt. Bei der herbstlichen Blattfärbung gibt es hingegen keinen deutlichen Trend.

Glaubt man den Prognosen, wird dieser Trend sich fortsetzen, was für den Pflanzenanbau durchaus positiv zu werten ist. Diese Klimaveränderung eröffnet Landwirten und Gärtnern generell mehr Möglichkeiten, was Sortenwahl, Fruchtfolge und Zwischenfruchtanbau betreffen.

Eine Forschergruppe der Humboldt-Universität rund um Prof. Dr. Chmielewski, warnt aber auch vor dem Risiko, der frühere Austrieb von Blüte und Pflanze könne zu einem erhöhten Spätfrostrisiko führen.

Frostschutzberegnung

Eine Möglichkeit die Blüten und damit die Ernte zu schützen ist die Frostschutzberegnung. Die Funktionsweise wird in diesem Video anschaulich erläutert:

Kritikpunkt: Wasserverbrauch

Hauptkritikpunkte an dieser Technik ist der hohe Wasserverbrauch und dessen Auswirkungen auf die Umwelt, sowie der hohe Arbeitsaufwand. Dennoch gilt die Beregnung nach wie vor als effektive Frostschutzmaßnahme und wird in der Praxis häufig eingesetzt.

Alternative Frostschutztechniken (wie z.B. die künstliche Luftdurchmischung) haben sich in Deutschland nicht durchgesetzt. Sie bewähren nur in Ausnahmefällen, wenn z.B. keine Anwohner durch den Lärm (eines Hubschraubers) gestört werden können und die Wetterlage günstig ist.

Weiterhin hat ein Versuch der Landesanstalt für Pflanzenbau Forchheim gezeigt, dass die Frostschutzberegnung (speziell beim Kartoffelanbau) nicht zwangsläufig zu einer kritischen Nitratauswaschung führen muss.

Wasserbereitstellung

Das Wichtigste bei dieser Technik ist die Bereitstellung einer ausreichenden Wassermenge. Bei der Grund- oder Oberflächenwasserentnahme kann es schnell zu Engpässen kommen.

Der Bau eines Pufferspeichers kann sich schnell zahlt sich häufig aus, wie der „Fall Häberle“ zeigt.

Weitere Infos:

Helmholtz Gemeinschaft (Hrsg.) (2013): Regionaler Klimaatlas – Mögliche Änderungen des Vegetationsbeginns im Jahresmittel bis Mitte des 21 Jahrhunderts

BMBF Forschungsprojekt (2006-2009): Klimawandel und Obstbau in Deutschland

AquaPRO (Hrsg.): Allgemeine Hinweise zur Frostschutzberegnung

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